JVA enthält Natalja Rundbriefe vor

Wenn sich Gefangene und Menschen draußen zusammentun, wenn Informationen verbreitet werden, dann betrachtet das eine JVA offenbar als Bedrohung. So wird versucht eine Initiative, die sich „Autonomes Knastprojekt“ nennt von den Gefangenen fernzuhalten. Die Initiative sammelt Beiträge und versendet Rundbriefe an Inhaftierte. Briefe sind schließlich der einzige mögliche Weg, um viele Menschen in verschiedenen Knästen erreichen zu können. Unter fadenscheinigen Vorwänden enthält die JVA Aichach Natalja diese Rundbriefe jedoch vor. Natürlich nahm Natalja das nicht einfach so hin. So kam es zu einem Gespräch mit dem Leiter der Frauenabteilung Regierungsrat Z. Offenbar ist das Verbieten von kritischen Informationen Chefsache. Oder ist es die Zensur von Nataljas Post, die mitunter Chefsache?
Herr Z. teilte Natalja mit, ihr würden die Rundbriefe auch weiterhin nicht ausgehändigt. Die vorgeschobene Begründung dafür lautete: Es handle sich nicht um einen persönlichen Brief. Lediglich Briefe, die persönlich an den Empfänger gerichtet seien, würden als Briefe behandelt. Anlagen bekämen die Inhaftierten nur dann, wenn deren Inhalt vollständig in den Gedankenaustausch im Brief eingebunden sei.
Mit Rundbriefen würde wie mit Paketen verfahren.

Briefe, die an mehrere Personen verschickt werden sind Pakete. Dass solch eine Logik den Beamten nicht selbst peinlich ist?!
In Wahrheit werden Inhalte hinterrücks zensiert. Inhalte, welche die JVA auf direktem Wege nicht so einfach legal zensieren dürfte. Aber handelt es sich nicht eine verbreitete Praxis mit Verordnungen und willkürlichen Auslegungen Rechte und Grundrechte faktisch auszuschalten?

Selbstorganisation, kritische Texte und Courage sind ja auch viel zu freiheitlich und demokratisch für Institutionen eines Staates mit einer ach so „freiheitlich demokratischen Grundordnung“. Wo kommen wird denn hin, wenn die Menschen am unteren Ende der Gesellschaft, wenn die Unterdrückten, Eingesperrten anfangen sich für ihre Rechte einzusetzen?!